Geschichte des Weinbaus

Historiker haben herausgefunden, dass in Hochheim am Main bereits seit römischer Zeit Weinbau betrieben wird, Erwähnung fand dies aber erst um 1.200. Im Ortsteil Massenheim wurde der Weinbau bereits 819 n.Chr. beurkundet. Der Hochheimer Wein ist wegen seiner besonders guten Qualität weit über den Rheingau hinaus bekannt, bis hin zum englischen Königshaus.

Weinbau in Hochheim am Main

Hochheim gehört zum Weinanbaugebiet Rheingau. Der Weinbau prägt unsere Stadt seit Jahrhunderten, nachweislich seit 1329.

Hochheimer Weine genießen Weltruf, nicht zuletzt durch die Vorliebe der englischen Königin Victoria für edle Hochheimer Tropfen. Viele Winzer bieten ihre Weine in Straußwirtschaften und im Direktverkauf an. Aber auch als Sektstadt hat sich Hochheim einen Namen gemacht. 1837 wurde hier die erste rheinische Sektkellerei - "Burgeff" - gegründet, die noch heute für unsere Stadt bedeutend ist. Nicht nur die Marke "Mumm" hat bei Kennern einen besonderen Namen.

Weinbergsfläche & Rebsorten

Auf einer Fläche von ca. 220 ha werden hauptsächlich die Rebsorten Riesling (ca. 80%), Spätburgunder (ca. 10 %) und Müller-Thurgau (ca. 4%) angebaut. Die restlichen Prozente verteilen sich auf Weißer- und Grauer Burgunder, Dornfelder, Ehrenfelser und andere Rebsorten wie z.B. Roter Riesling und Merlot. Auch im restlichen Rheingau dominiert die Rebsorte Riesling, so nennt sich das Weinanbaugebiet auch Riesling-Region. Rund 8% der Anbaufläche im Rheingau entfällt auf Hochheim.

Weinbergslagen

Rund 100 Winzer leben ganz oder teilweise vom Ertrag des Weinbaus. Insgesamt werden in Hochheim 11 Weinbergslagen bewirtschaftet-

  • Berg (ca. 35 ha, Lößlehmböden)
  • Daubhaus (Großlage)
  • Domdechaney (ca. 11 ha, Löß-, Lößlehm- und Tonmergelböden)
  • Herrnberg (ca. 27 ha, Lößlehmböden und Sande, teilweise kiesig)
  • Hölle (ca. 33 ha, sandig-kiesige Böden)
  • Hofmeister (ca. 34 ha, lößlehm und löse Böden, teilweise kiesig)
  • Kirchenstück (ca. 15 ha, Löß-, Lößlehm- und Tonmergelböden, teilweise auch sandig-kiesig)
  • Königin-Viktoria-Berg (ca. 5 ha, lößlehm und löse Böden, teilweise kiesig)
  • Reichestal (ca. 27 ha, Lößlehmboden)
  • Stein (ca. 27 ha, Lößlehmböden)
  • Stielweg (ca. 26 ha, Lößlehmböden)
  • und in Massenheim den Schlossgarten (ca. 29 ha, Lößlehmböden)

Die Hochheimer Weinlagen können Sie sich auf der Internetseite des Kulturlandes Rheingau ansehen.

Klima

Die einzigartige klimatische Lage Hochheims, nämlich ziemlich genau auf dem 50. Breitengrad und die vom Golfstrom führenden vergleichsweise milden Temperaturen erlauben im Herbst eine längere Reifezeit als in jedem anderen Weinanbaugebiet. Hochheims Weinberge weisen fast reine Südlage aus und werden durch die Bebauungsgrenzen vor kaltem Nordwind geschützt. Aufgrund dieser hervorragenden Standortbedingungen zählen Hochheims Weinbergslagen zu den Spitzenlagen des Rheingaus. Zu diesen überaus guten klimatischen Bedingungen kommt die herausragende Arbeit der Hochheimer Winzer hinzu. So entstehen in Hochheim am Main preisgekrönte Weine und Sekte mit Weltruf.

Sektherstellung 

1832 verkaufte der Hochheimer Ignatz Schweickardt in der Gaststätte Burg Ehrenfels den ersten Sekt, hergestellt aus Hochheimer Weinen. Das Handwerkszeug hierzu hatte er bei der Champagnerhersstellung in Frankreich erlernt. Er nannte den selbstgemachten Schaumwein "Hochheimer Mussie". - die Sektstadt Hochheim war geboren und somit der älteste rheinische Sektstandort. Daraus wurde ab August 1836, zusammen mit dem Geldgeber Carl Burgeff, die Firma Schweickardt & Burgeff - zur Herstellung von moussierendem Hochheimer Wein. 7 Sekthersteller waren 1905 vor Ort. Sekt war eine Erfolgsgeschichte und verlieh Hochheim zusätzlichen Ruhm. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte sich die Sektproduktion in Hochheim allerdings nicht wieder richtig erholen, sodass heute lediglich ein Hochheimer Winzer noch selbst Sekt in Hochheim auf traditionelle Art herstellt. Uwe Schreiber stellt nicht nur für sein eigenes Weingut sondern auch für andere Hochheimer Winzer den Sekt her.

Königin Victoria

Der Vorliebe der englischen Königin Victoria für Hochheimer Weine verdankt die Stadt, dass ihr Name in der ganzen angelsächsischen Welt bekannt ist. Natürlich weiß kaum ein Brite oder Amerikaner, dass "Hock" die Verballhornung von Hochheim ist. Wenn ein Engländer von Hock spricht, meint er Rheinwein im Allgemeinen. Hochheim stand Pate bei dieser sprachlichen Entwicklung. Unter dem Namen der Wein- und Sektstadt erwarb sich der deutsche Weißwein Freunde in allen englischsprachigen Ländern. Weitere Informationen zu dem Besuch der Königin und dem daraufhin errichteten Denkmal finden sich hier.

Thomas Jefferson

Thomas Jefferson - Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1801-1809) und Verfasser der Unabhängigkeitserklärung vom 04. Juli 1776 - zu Besuch in Hochheim am Main.

Von 1785 bis 1789 war Thomas Jefferson Gesandter in Paris. Im Jahre 1788 wohnte er ab dem 06. April für vier Tage im „Roten Haus“ in Frankfurt am Main und trank den ältesten Wein, einen Hochheimer des Jahrgangs 1726. Am 10. April 1788 reiste er nach Hochheim am Main und beschrieb die Weinberge wie folgt:

„Die Weinstöcke stehen einen Meter auseinander und sind ca. 2m hoch. Einmal in drei oder vier Jahren werden sie gedüngt. 1000 Weinstöcke ergeben 170 – 340 Flaschen Wein pro Jahr.“

Thomas Jefferson kaufte 100 Weinstöcke für seinen Garten in Paris. Einem Freund schrieb er: „Die Weinstöcke, die ich aus Hochheim mitnahm, gedeihen in meinem Garten und werden im nächsten Winter den Atlantik überqueren, um ein Glas Hochheimer aus eigener Herstellung anbieten zu können.“

Zur Erinnerung an seinen Besuch in Hochheim am Main wurden anlässlich der 1250-Jahrfeier von Hochheim im Jahre 2004 eine Erinnerungstafel in den Weinbergen errichtet. Die Tafel kann auf dem Herrnbachpfad über den Weinerlebnisweg besichtigt werden.