Wirtschaftlichkeitsstudie Tourismus

Tourismus lohnt sich für Hochheim - Hochheim am Main Marketing kann positives Ergebnis vorweisen

Wie wirkt sich der Tourismus auf die Finanzlage der Stadt Hochheim am Main aus? Diese und andere Fragen hat sich das städtische Sachgebiet Hochheim am Main Marketing gestellt und eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus im Auftrag des Magistrats erstellen lassen. Ermittelt werden sollte zum einen, welcher ökonomische Stellenwert die Tourismuswirtschaft in Hochheim am Main hat. Des Weiteren ist es für zukünftige Entscheidungen wichtig zu wissen, in welcher Relation die Ausgaben der Kommune für den Tourismus und die Einnahmen aus dem Tourismus stehen. Mit der Analyse dieser beiden Bausteine wurde das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr, kurz  dwif-Consulting GmbH, beauftragt, die seit 1950 im Bereich Tourismus forschen. In den vergangenen Monaten hat das Institut intensive Recherchearbeiten und Haushaltsberechnungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden zunächst im Magistrat am 14. November und anschließend öffentlich am 30. November im Haupt- und Finanzausschuss präsentiert.

 

Erfreuliches Ergebnis

Ein erfreulich positives Ergebnis konnte als Schlussbilanz gezogen werden. In Hochheim am Main übernachteten 47.000 Menschen im Jahre 2016. Doch Hochheim am Main ist vor allem eine Stadt für den Tagestourismus. Gegenüber einem Gast bei den gewerblichen Übernachtungen stehen insgesamt rund 19 Tagesreisende. Dies bedeutet insgesamt ca. 800.000 Gäste im Jahr 2016. Per Definition des Tagesreiseverkehrs zählen dazu natürlich auch die auswärtigen Besucher des Hochheimer Marktes und des Weinfest. Doch fast die Hälfte der 800.000 Gäste kommt unterjährig in die beliebte Wein- und Sektstadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten und gastronomischen Angeboten.

 

Finanzielle Auswirkungen und Beschäftigungseffekte

Im Durchschnitt gibt ein Übernachtungsgast ca. 120 Euro und ein Tagesreisender 27,50 Euro pro Tag in Hochheim aus. Bei insgesamt 847.000 Aufenthaltstagen ergibt sich somit ein Bruttoumsatz von 27,4 Millionen Euro, wovon 80,3%, sprich 22 Millionen auf die Tagestouristen zurückzuführen sind. Die direkten Profiteure sind natürlich das Gastgewerbe (Gastronomie und Hotellerie), der Einzelhandel und weitere Dienstleister. Aber auch andere Bereiche profitieren indirekt vom Gästeaufkommen, z.B. Bäckereien, Werbeagenturen, Weinbaubetriebe, etc.

All diese Akteure bringen natürlich Steueraufkommen. Aus diesem Grund wurde auch eine kommunale Kosten-Nutzen-Analyse in Auftrag gegeben. Dabei wurde der gesamte Nachtragshaushalt des Jahres 2016 mit der touristischen Lupe intensiv betrachtet. Sämtliche Ein- und Ausgaben aus allen touristisch wirksamen Bereichen wurden gegeneinander verrechnet, neben den Produkten des hauptverantwortlichen Sachgebiets Hochheim am Main Marketing auch Produkte wie z.B. ÖPNV, Denkmalschutz, Parkplatz Alte Malzfabrik, Museen und Kunstsammlung. Insgesamt 17 Produkte enthalten Erträge und Aufwendungen touristischer Art. Die meisten Erträge sind im Produktbereich des Amtes für Finanzwesen durch die Steuereinnahmen zu verzeichnen. Insgesamt ergibt sich im Gesamthaushalt der Stadt Hochheim am Main ein Plus von 292.272 Euro. Berücksichtigt man noch den touristisch bedingten Anteil im Geschäftsbereich Feste, Märkte und Veranstaltungen der Hochheimer Wohnungsbau GmbH mit einem Aufwand von 38.634 Euro, das im vergangenen Jahr vor allem auf die erhöhten Sicherheitsauflagen zurückzuführen ist, ergibt sich ein Gesamtergebnis der kommunalen Kosten-Nutzen-Bilanz von einem erfreulichen Plus in Höhe von 253.638 Euro für das Jahr 2016.

Auf die Hochheimer Arbeitsmarktsituation hat der Tourismus ebenfalls Auswirkungen. Aufgrund der Berechnungen der dwif-Consulting GmbH könnten 340 Personen ein durchschnittliches Primäreinkommen von 36.929 Euro beziehen. Dies kann je nach Beruf und Arbeitszeit natürlich individuell variieren, aber es zeigt deutlich die Bedeutung auf die örtliche Beschäftigungssituation.

 

Fazit

Natürlich sind die vorliegenden Ergebnisse eine Status-Quo-Analyse und kein fertiges Konzept zum weiteren Vorgehen. Sie zeigen aber zum einen das bereits vorhandene Potenzial Hochheims als touristisch bedeutsame Wein- und Sektstadt im Weinanbaugebiet Rheingau als auch im Landkreis Main-Taunus. Gab es bisher nur Schätzungen, die auf einem Bauchgefühl beruhen, so liegen nun Zahlen vor, die für die weitere strategische Planung eine wichtige Rolle spielen könnten. Tourismus hat nachweislich neben den ökonomischen Effekten auch große Auswirkungen auf die Attraktivität des Standorts in Bezug auf die Neuansiedlung von Wirtschaftsunternehmen und Neubürger. Das Hochheimer Stadtmarketing und die Akteure des Tourismus vor Ort sind mitverantwortlich für das Image der Stadt und damit auch wichtig als Wirtschafts- und Standortfaktor für die Zukunft in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.