Geschichte

Das Sammlerehepaar Liane und Hermann Rosteck

Bereits von den 1960er Jahren an begann das Wiesbadener Ehepaar Liane und Hermann Rosteck in Deutschland und auf den Balearen die Werke ihrer zukünftigen Sammlung zusammenzutragen. Rasch kristallisierten sich als Schwerpunkte die klassische Moderne, spanische Kunst, Fluxus sowie die Förderung junger Talente heraus. Viele der ausgestellten Künstler haben die Sammler persönlich gekannt und einigen waren sie freundschaftlich verbunden. So erinnern die Werke des norddeutschen Malers Hans Laabs und des Klassikers Joan Miró noch heute an zahlreiche Aufenthalte auf Ibiza, wo die Eheleute auch mit Antoni Tàpies oder Eduardo Chillida zusammentreffen konnten.

Die Liebe und Leidenschaft zur Kunst waren auch der Antrieb, warum Liane und Hermann Rosteck ihre Sammlung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollten. So erhielt die Stadt Hochheim am Main im Jahre 1999 die Sammlung Rosteck als Dauerleihgabe. Seit 2002 ist sie in den Räumlichkeiten der Villa-Burgeff untergebracht und ab Januar 2019 schließlich als Schenkung in den Besitz der Stadt Hochheim übergegangen.

Am 28. März 2020 verstarb der Kunstsammler und Mäzen Hermann Rosteck im Alter von 90 Jahren. Ihm zu Ehren fand am 29. August 2020 eine Gedenkfeier statt.

Die Villa Burgeff

Untergebracht ist die Hochheimer Kunstsammlung seit 2002 im Souterrain der Burgeff-Villa in der Mainzer Straße 35. Als repräsentatives Gebäude mit Nebengebäuden und Garten in exponierter Lage war die Villa Burgeff ursprünglich Residenz der ersten Sektkellerei-Familie Hochheims, der Familie Burgeff. Im Jahr 2000 vermachte die letzte Erbin, Frau Eugenie Hummel, die Villa der Stadt Hochheim am Main. 

Im Jahr 1841 vollendet, wurde das klassizistische Gebäude Ende des 19. Jahrhunderts bei einem Brand nahezu vollständig zerstört. Die heutige Ansicht ist ein Neubau aus dem Jahr 1904, welcher jedoch direkt an die originalen Baupläne angelehnt reproduziert wurde.

Stellenweise dekorative Elemente an der Außenfassade nehmen noch heute Bezug zu ihren ehemaligen Bauherrn, wie beispielsweise Darstellungen von Weinreben am obersten Gesims. Im Souterrain, in welchem die Kunstsammlung ansässig ist, lassen sich außerdem noch einige "Zeitzeugen" aus dem Jahr 1841 finden: Die ornamentalen Bodenfließen im Hauptraum sind zu großen Teilen noch die letzten Überreste des ursprünglichen Gebäudes.